[stangl: internet @ schule 2000] probleme & unterstützung

 

Viele der angesprochenen Probleme beziehen sich auf die technische Ausstattung der Schulen, wobei trotz der inzwischen angelaufenen Ausstattungsoffensiven dieselben Schwachstellen wie vor zweieinhalb Jahren genannt werden:

  • Allgemeine Ausstattung: "Bereitstellen von ausreichend vielen Rechnern", "nur ein Computerraum mit nur 8 Geräten", "die Computerarbeitsplätze sind im Schulhaus verteilt und in den Klassen bestehen derzeit keine Internetanschlüsse"
  • Geräteausstattung: "Geschwindigkeit ", "Das System ist nicht immer ganz verlässlich", "Budgetäre Probleme: die PCs gehörten ausgetauscht, BMUK seit 2 Jahren säumig"
  • Netzanbindung: "Die Bandbreite, die über ASN-NOE zur Verfügung steht erlaubt tagsüber kaum ein sinnvolles Arbeiten im Internet (z. Zt.: 128 kbit/s über ASN; 64kbit/s über anderen Provider bis September hoffentlich 512kbit/s)"
  • Organisation: "Aufsicht", "Kinder haben nicht die Geduld den Seitenaufbau abzuwarten", "dass man beim Surfen einfach auf pornografische Seiten kommen kann", "Schüler surfen oft nicht nur in den Gebieten, in denen sie etwas suchen sollten"
  • Finanzierung: "kein geld (im vergleich zur privatwirtschaft lächerlich, ein paar groschen für die hardware sind da, dann wird aber bei der software schon getrickst, bei den betriebskosten nur gejammert und das wichtigste die schulung schenkt man sich großzügig)"
  • Schulung: "es werden keine schulungen gemacht, die lehrer sind auf sich allein gestellt, kein didaktikmodell, und werden meist noch beschimpft, weil sie etwas tun", "die einzelnen Lehrpersonen sind meist auch keine PC- und Internetexperten, so dass bei auftretenden Problemen die Lösung oft erst vertagt werden muss"
  • Didaktik: "z.T. wird das Internet als "Stundenfüller" missbraucht, manche LehrerInnen wissen nicht wie das Internet gewinnbringend in den Unterricht einzubauen ist; schnellere Leitungen", "dass das WWW nur als Stundenfüller für Supplierstunden verwendet wird", "Bei manchen Schülern besteht die Gefahr, dass sie Internet-süchtig werden"

Dem posting eines Informatik-Kustos in einer Liste des Computer Communications Clubs (http://www.ccc.or.at) ist zu entnehmen, daß an manchen Schulen zwar Vorkehrungen für das internet-Zeitalter getroffen wurden, aber ...

Um das was in Amerika offensichtlich bereits Auswirkungen zeigt auch in
Österreich in Ansätzen zu verwirklichen wäre es dringend notwendig, dass
das Ministerium endlich die Infrastruktur für das Austrian School-Network
zur Verfügung stellt - von mir aus mit Teilen der Technologie-Milliarde.
Kontinuierliches Arbeiten mit dem Internet an den Schulen ist nur möglich,
wenn auch die Bandbreiten und in-house-Netze zur Vefügung stehen. Wir sind
immer noch beim Straßenbauen! Ideen für den Unterricht haben wir in
Österreich an allen Schulen genug, allein die Schulungsmöglichkeiten und
der Zugang für ALLE (Lehrer/innen wie Schüler/innen) lässt noch zu
Wünschen übrig.
 
An unserer Schule war das ASN über ein halbes Jahr so gut wie nicht
verfügbar - manche Projekte sind deshalb den Bach hinuntergegangen. Jetzt
geht es leidlich. Und lange schon werden viele Ideen wegen Breitbandnetzen
und Video-Servern für Schulen diskutiert. Wir haben jeden Raum in der
Schule bereits verkabelt und angeschlossen - das Nadelöhr ist "nur mehr"
die öffentliche Standleitung ins Netz!

Die oben genannten Problemfelder hängen oft eng miteinander zusammen, denn eine schlechte Ausstattung führt z.B. dazu, daß im Unterrichtsbetrieb die Nutzung des internet wegen Überlastung der Verbindung recht unbefriedigend ist und "inzwischen" zur Überbrückung andere sites angesurft werden: "Es besteht eine große Versuchung bei der Infosuche auf interessante Abwege zu reagieren!"

An den lehrerbildenden Institutionen bestehen ähnliche technisch bedingte Probleme, jedoch wird hier verstärkt auf die mangelnde Ausbildung der Lehrenden für den Medieneinsatz im Unterricht hingewiesen: "Mangelnde Kompetenz und auch große emotionale Distanz vieler Lehrender (und vieler Studierender) zum Internet".

Probleme

Welche Probleme bestehen bezueglich der Nutzung des internet?

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Naturgemäß finden sich die unter dem Abschnitt "Probleme" genannten Aspekte auch in den Fragen nach der gewünschten Unterstützung wieder, die generell betrachtet als äußerst gering erlebt wird. Dabei bezieht sich dieses Mangelerlebnis sowohl auf schulinterne Hilfen als auch auf externe.

Der Tenor der meisten Antworten lautet, daß Schulungen und Weiterbildung gefordert werden und ein dringende Wunsch nach dem Meinungsaustausch mit KollegInnen geäußert wird, wobei in vielen Fällen vermutlich mehr technische Informationen gesucht werden. Es wird zwar registriert, daß solche Schulungen angeboten aber auch, daß sie nur selten in Anspruch genommen werden: "Das Angebot gibt es an unserer Schule bzw. an der PA, es wird jedoch erst sehr zögerlich wahrgenommen. Es fehlen ausreichende Kustos-Stunden für die technische Wartung der Geräte, für die unmittelbare Lösung von anfallenden Problemen und um computerunterstützes Lernen in allen Klassen möglichst rasch voranzubringen."

Für viele Lehrer wäre eine bessere Ausbildung in der Handhabung des Computers notwendig, wobei betont wird, daß alle LehrerInnen darin einzubinden wären ("Verpflichtende Kurse"). Hervorgehoben wird auch, daß es im internet-Bereich häufig einen Wissensvorsprung der SchülerInnen gibt, der genutzt werden sollte: "sicher ist es hier besonders notwendig, einzusehen, dass der lehrer nicht mehr der tarzan, die jane ist, sondern dass sie von den schülerinnen lernen können". Im Vergleich zur ersten Untersuchung ergibt insofern ein verändertes Bild, als viele LehrerInnen zwar jetzt am internet partizipieren wollen, ihnen aber das Rüstzeug für den technischen Unterbau - sprich PC - fehlt. Zwar können die meisten LehrerInnen mit einem laufenden Rechner umgehen, bei unvorhergesehenen Pannen jedoch fehlt ihnen oft das einschlägige knowhow, wie aus zahlreichen Anfragen in einschlägigen mailinglists zu erkennen ist. Vermutlich gibt es in dieser Hinsicht aber auch lokale Probleme: "Ein geschlossener, effizienter Kurs für alle Lehrer aller Fächer, damit das Grundwissen für die Nutzung hergestellt und ein für alle Mal von ALLEN Lehrern die (Hemm-)Schwelle überschritten ist. Trotz der Dringlichkeit war bisher nicht möglich, daß das PI so etwas zustandebringt."

Hier leidet ein Einsatz des internet daran, daß auch die Nutzung des Computers von unseren Bildungsinstitutionen teilweise verschlafen wurde und daher zuwenig grundlegende Kenntnisse (Betriebssystem, Datenorganisation, Umgang mit Textverarbeitung oder Tabellenkalkulation) anzutreffen sind. Bis vor kurzem wurden in einschlägigen Lehrerkreisen noch Programme aus der Computersteinzeit als Innovationen verkauft, wobei ungeachtet der hohen Qualität solcher Entwicklungen doch grundlegende Kenntnisse im Umgang mit Programmiersprachen für deren Einsatz notwendig waren.

Im Zusammenhang mit der Weiterbildung an Schulen wird auch eine bessere medientechnische Ausstattung genannt, die solche Schulungen erleichtern könnte: "Videobeamer um auch eine Vorzeigemöglichkeit zu haben". Es wird aber auch angeführt, daß der reguläre Informatikunterricht den Einsatz des internets in anderen Fächern behindert, entweder aus organisatorischen oder auch persönlichen Problemen.

Häufig werden Wünsche nach der Einrichtung von Bildungsservern laut, wobei von diesen "Seiten mit Linkadressen für Lehrer", "Sammlungen von themenbezogenen Adressenlisten", "server, die auf das österr. Schulwesen Bezug nehmen" bis zu fertigen Unterrichtseinheiten erwartet werden: "Fachgruppenbezogene Plattformen mit Erfahrungsaustausch, Unterrichtsvorbereitungen, Projektvorschlägen".

Auch an den lehrerbildendenden Institutionen gibt es die oben genannten Unterstützungswünsche, wobei es auch hier starke regionale Unterschiede geben dürfte: "Den Lehrbeauftragten der BPA werden regelmäßig Schulungen angeboten, die auch angenommen werden. Die Kontaktaufnahme mit dem BPA-Netzwerkbetreuern ist jederzeit möglich und funktioniert problemlos. Begründete Wünsche der Lb. (=Lehrbeauftragten, W.S.) werden nach den budgetären Gegebenheiten berücksichtigt". Aber auch hier kämpft man offensichtlich mit dem Desinteresse von KollegInnen: "Ich denke, es gibt an unserer Pädak genügend Unterstützung (Schulung, beratung...) für alle, die dafür offen sind".

Da die meisten Universitäten technisch gut ausgestattet scheinen ("Unsere Lehrer benötigen ausschließlich didaktische Unterstützung. Technisch können sie meist alles"), wobei aber ähnliche technische Mängel ("Die Unterstuetzung des EDV-Zentrums, in jedem Unterrichtsraum sollten ein vernetzter PC und ein Databeamer fix installiert sein") und mangelnder sozialer support ("Unterstützung via Administratoren, Netzwerk der 'Könner'") beklagt werden.

Wenn man ein grobes Fazit aus allen Antworten ziehen sollte, dann ein ähnliches wie vor zweieinhalb Jahren: es ist nicht so sehr hard- und software sondern socialware gefragt (vgl. Stangl 1998).

Unterstützung

Welche Unterstützung würden LehrerInnen brauchen, um das internet für den Unterricht (besser) nutzen zu können?

[rohdaten]

 

[internet @ Schule] [internet @ schule 2000]

[internetschule@stangl-taller.at]

http://internetschule.stangl-taller.at/NETSCHULE2000/